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Renntag

[16. 06. 2013]

Velo-Challenge 16.6.2013

In Erinnerung an Dr. Peter Mnich, 1.8.1959 – 30.5.2013 - ich würde dich so gerne nochmal drücken.

Lieber Peter,

was habe ich mir im Vorfeld der Velo den Arsch aufgerissen: Intervall-Training, lange Runden, kurze schnelle Runden usw., usf.. Mit einer guten Platzierung meine Velo-Challenge-Karriere beenden, dass war der Plan. Vielleicht unter die ersten 100 kommen. Nun, als der Wetterbericht für den Renntag Windstärke 4 vorhersagte, da war mir schon klar: Das wird wohl sehr schwer. Du kennst dich im Radsport ja nicht so aus, daher zur Erläuterung: Manche können nicht Bergfahren, manche nicht Sprinten, usw. und der Harti kann nicht gut Gegenwindfahren. Jedenfalls nicht im Renntempo.

Dann machte es beim Aufpumpen des Hinterrades am Abend vor dem Renntag auch noch energisch „Pling“: Speichenbruch. Nicht der Erste (in nicht mal 2 Jahren) , muss wohl als Fehlkauf eingestuft werden. Den Wiedereinbau des alten Laufrades fand Gerti so richtig schei..., und ich natürlich auch.

However, mit dem Rad zum Start nach Hannover, warmfahren, klingt doch gut. Aber dann warten, dass es losgeht, schnell war mir wieder kalt. Endlich der Startschuss, dass Drama mag dann seinen Lauf nehmen. Es wurde gleich mächtig zur Attacke geblasen. Im Pulk sagen wir mal 300 Leute, alle durchgefroren (wie gesagt, es war recht kühl beim Start). Gebrettert wird 40, 45, 47. Verkehrsinseln, Kurven, Bremsen und Reifen quietschen. Adrenalin... aber kein Knall zu hören, ist alles gut gegangen. Das erste Mal drängt die Frage in den Vordergrund: Warum tust du dir das an, für die “goldene Ananas“ Kopf und Kragen zu riskieren? Bangemachen gilt nicht, also weiter.

Raus aus Hannover, der Wind packt richtig zu. Es wird Windkante gefahren, dass kann ich besonders gut (Kotz). Die große Blase vorne siebt so langsam aber sicher die nicht ganz so Guten raus. Darunter erwartungsgemäß auch mich, und die Verfolgergruppe hat ebenfalls keine Lust, sich lange mit mir zu befassen. In einer Ortsdurchfahrt schneidet mich dann jemand, ich muss fast auf Null runter- und schon reißt der Kontakt zur nächsten Kleingruppe und ich tuckere alleine weiter.

Richtung Holzmühle, zur ersten kleinen Bergwertung. Sonst eher mein Steckenpferd, aber heute nicht. Marc. V. hat sehr gute Beine, er zieht mit der zwischenzeitlich herangefahrenen Gruppe weiter und lässt sich erst im Ziel wieder sehen. .Keinen Respekt vor meienm Alter, der Kerl. Na, lange Rede ohne Sinn, als endlich Schiebewind gilt, läuft es wesentlich besser. In den russischen Bergen gelingt es, erheblich Boden gutzumachen, die „große Bergwertung“ am Nienstedter Pass spült mich dann in dieser 5-ten oder 6-ten Verfolgergruppe weit nach vorne. Eine große Lücke wird zugefahren, und mit einigen sehr starken Fahrern geht es, mit richtig Druck auf dem Pedal, Richtung Ziel.

Dort dann die Kumpels (auch weibliche sind hier gemeint). Unser Görlie hat eine ganz hervorragende Platzierung herausgefahren, und auch einige unserer Kerls sind ganz schön weit vorne. Hervorragende Arbeit. Alle sind froh, gut rumgekommen zu sein. Sigi und ich sind uns aber einig: Das hat zwar durchaus auch wieder viel Spaß gemacht, aber irgendwie brauchen wir beiden Ü 50-er das alles nicht mehr. Lieber eine flotte RTF durch schöne Landschaft. Na, die Cyclassics noch (da bin ich den Kollegen im Wort), und dann ist für mich Schicht mit der Jedermann-Szene.

Du kannst dir vielleicht nicht vorstellen, wie schön es ist, wenn das Publikum am Straßenrand Party macht. Wenn auch die Abgehängten, und das sind ja die meisten Starter, angefeuert werden wie Champions. Das geht von Anfeuerungsrufen, über Tröten, Rasseln und Klappern bis hin zu Cheerleadern. Und wenn dann an einigen Punkten der Strecke die nicht startenden Radkumpels stehen und “Harti, los, gib alles“ rufen, man die vertrauten Gesichter vorbeizischen sieht und gerade noch einen schnelles „Danke schön“ winken kann und plötzlich neue Kräfte frei werden: Das hat was, das ist toll, das werde ich vermissen. Mein Dank dafür an dieser Stelle, an Thomas, Björn, Karsten, Michael, Nicoletta, Dirk, und alle, die ich auf die Schnelle aus dem Augenwinkel vielleicht nicht erkannt oder hier schlicht vergessen habe.

Lieber Peter, du hast mir mit Erfolg die Methoden der empirischen Sozialforschung beigebracht, wenn sich auch die letzten Feinheiten wohl nur Soziologen wie dir erschließen! Vielleicht konnte ich mich hier heute etwas revanchieren und dir die Faszination des Radsports ein bisschen rüberbringen? Auch wenn ich das natürlich lieber vor dem Hintergrund eines schönen Resultats und persönlich versucht hätte.

Herzlichen Gruß aus Wennigsen, auch von meiner Besten

Hartmut

Nachlese: Ich hatte den Startblock zwar mit Genehmigung des Veranstalters gewechselt, aber momentan bin ich als „disqualifiziert“ geführt. Aber ob ich nun 480-ster oder 510-ter geworden wäre, ist im Grunde irgendwie Schnuppe. Und interessiert doch keine Sau (und keinen Eber).

 

Kommentare: 3

1
UserHarti
Date / Time18.06.13 - 15:44

... liest das eigentlich noch irgendjemand? LG Harti

2
UserGerhard
Date / Time18.06.13 - 19:18
Ja. Ich.
3
UserThomas Sch.
Date / Time19.06.13 - 17:04

Ich auch

Musste aber erst die Enttäuschung der Disqualifikation verkraften. Da quält man sich durch den Wind und dann sowas. Aber lief eh nicht wie gewünscht.

Gruss aus Barrigsen

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