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„Königsetappe“ Mallorca 2013

[01. 05. 2013]

Arenal > Port den Soller > Coll de Puig Major > Arenal - 145 km , 2.400 hm (so ungefähr)

Fritz, old Friend, die Story ist für dich: Freundschaften sind wie alte Dächer: Man muss sie ständig reparieren, damit sie halten.

Nun ist das „Trainingslager 2013“ auf Mallorca schon wieder Geschichte.... Schönes Wetter ist was anderes: Es gab den einen oder anderen Regentag, richtig warm war es auch selten, und der Wind: Heftig und, na klar, meistens von vorn.

Die Touren, nun sie wiederholten sich, und so kann ich auf die Geschichten vom Vorjahr hinweisen. Aber ein Kracher von erlesener Schönheit, der letztes Jahr nicht reinpasste und daher (zumindest für mich) neu ist, verdient einige Worte.

Prolog: Ich war ja ein paar Tage früher vor Ort, und so sollte „morgen“ (Dienstag) nach 5 Fahrtagen eigentlich Pause sein. Allein: Der Wetterbericht für Mittwoch ließ Schlimmes erahnen. Also beim abendlichen Palaver: „Ich fahr morgen in die Berge.“ Gute Idee; ach nöö; also ich nicht; man könnte ja auch hierhin; oder doch lieber dahin; usw.;usf. Macht was Ihr wollt: „Ich fahr morgen in die Berge – die Strecke fehlt mir noch“. Schauen wir mal, wer dann mitkommt (ach ja, das Thema Streckendiskussion....).

Abfahrt: Fast pünktlich um 10.00 Uhr (ach ja, das Thema Pünktlichkeit...) rollen dann doch 7 Männekens (Marc, Holgi, Fritz und ich - mit Verstärkung von Hartmut 2 bzw. Joe Seidel von der Kette und Sven aus dem Bekanntenkreis) - und natürlich (!) das Görlie Richtung. Coll de Soller.

Erste Kilometer: Am Vortag hatte Fritz eine hübsche Nebenstrecke ausfindig gemacht, die zwar welliger und etwas länger als die übliche Anfahrt ist, aber auch viel schöner. Soweit es mich betrifft: Ich merke jeden Kilometer der 5 vorherigen Fahrtage und komme nur schwer in die Gänge. Hinzu kommt: Das Leihrad ist nicht Gerti, und so plagen mich Rückenschmerzen. Aber bei netten Geplauder und Geblödel rollt es munter dahin. Einzig die Kette an Joe's Rad tut alles, um unsere Nerven zu strapazieren. Nach der Regenfahrt am Vortag hätten ihr einige Tropfen Öl gut getan. Die letzten km bis Bunyola leicht bergauf. Dann eine schnelle und kurze Abfahrt.... und schon sind wir am

Anstieg zum Coll de Soller. Ich bin Alpe d' Huez nie gefahren, aber einen ganz ganz kleinen Hauch davon hat dieser Pass wohl. Ca. 25 Kehren, 5 km lang, bei etwa 5% Steigung. Bei Kehre 5: Meine Zimmernachbarn: Defekt. Die sind vom Pech verfolgt, am Ende des Tages hatten sie 5 platte Reifen zu beklagen. Nun, wir kommen besser hoch, vor allem Holgi ist bester Form. Oben ist es zugig und kühl, wir stürzen uns in die Abfahrt. Auch hier viele Kehren, erst die letzten km nach Soller geht es fast geradeaus bergab. Am ersten Kreisel: Großes Hallo, die Radland-Truppe vom anderen Standort in Alcudia kommt uns entgegen. Wir lassen Soller rechts liegen und rollen weiter nach

Port de Soller. Nach der letzten Kurve vor dem Ort ein sagenhafter Anblick... Meer, Hafen - Urlaubsfeeling kommt auf. Lass uns hierbleiben, drei Stunden in der Sonne sitzen und dann mit dem Zug zurück. Ich glaube, wenn jemand Sangria bestellt hätte – ich wäre schwach geworden.... Auch so genießen wir die Sonne und die Erfrischungsgetränke. Das eher labberige Baguette für 5,90 € macht uns aber klar: Hier werden die Touries ausgenommen, und so geht es ohne Bedauern weiter. Am Ortsausgang: Tourie-Nepp die 2-te. Joe sieht einen Radladen. Der Inhaber will ihm für teures Geld eine ganze „Ampulle“ Kettenspray verkaufen und ist erst nach langem Zureden bereit, für doch immerhin nur 2 € einen Klecks Öl auf die Kette zu spritzen.

Anstieg zum Coll de Puig Major: Zurück Richtung Soller, die Beine schwer nach der Pause. In einem der ersten Kreisel erscheint dann ein Hinweisschild auf unser nächstes Etappenziel. Ein weiteres Schild ergänzt die Eckdaten unseres heutigen Highlights: Gut 14 km bis zur Passhöhe, ca. 6% Steigung im Schnitt. Holgi ist schnell verschwunden, auch Joe und Hartmut 2 ziehen von dannen. Jeder kämpft sich allein oder in seiner kleinen Gruppe den laaaangen Anstieg hoch. Gelegentlich etwas Druck raus und nach rechts und links geschaut: Schon ein fantastisches Panorama. Das lohnt die Mühen. Oben dann ein 400 m langer unbeleuchteter Tunnel. Da rutscht einem das Herz schon in die Hose, wenn aus dem Dunkel von vorn plötzlich andere Radler entgegenkommen, oder von hinten ein Auto naht. Nach dem Tunnel kurze Pause zum Sammeln, das Wasserreservoir von Mallorca bewundert und schnell weiter. Auf 900 m Höhe beißt der böige Wind doch sehr und man kühlt schnell aus.

Abfahrt zur Tankstelle: Eiskalter Wind von vorne, da hilft nur volle Pulle kurbeln. Wobei dann der kalte Wind stärker zu spüren ist und die Wärme raussaugt. Der Teufel wird also hier in der Tat mit dem Beelzebub ausgetrieben. Serpentinen, Busse von vorne, endlich sind wir 200, 300 hm tiefer, es wird etwas wärmer. Abzweig nach Sa Calobra mit weiteren 700 hm? Ein Glück, es ist schon spät. Abgesehen davon: Ich würde da nur noch runter-, aber nicht wieder hochkommen. Wellig geht es weiter, und wenigstens einmal kann ich Holgi (ein paar Meter fünfzig) abhängen. Der hat aber auch eine Form...Endlich die Tankstelle, klassischer Pausenpunkt auf dieser Route. Aber so weit unten, dass es zum längeren Verweilen und in der Sonne sitzen reicht, ist es hier noch nicht. Und schon machen wir uns auf die

Abfahrt nach Caimiri: Bergab, endlich nicht ganz so frisch: Speed, Serpentinen, „rollen lassen“, Schei... ein Bus. Der kommt natürlich nur im Schneckentempo um die Kurven. An Überholen ist nicht zu denken. Wir halten an und lassen ihn etwas vorfahren. Aber ruckzuck ist er dann wieder eingeholt. Schade, dass war eine echte (Spaß-)Bremse. Pati im Pech, eine Biene hat Angst und sticht zu. Holgi das Multitalent saugt das Gift raus, es kann weitergehen. In Caimiri kommt dann das elektronische Navi von Sven zum Einsatz, wir wollen nicht den schnellsten Weg nehmen, sondern den Schönsten. Und der ist für Fritz, unser menschliches Navi, nicht so leicht zu finden. Was den Guten sehr traurig stimmt: Schon ist er wegrationalisiert....

Letzte Kilometer: Ein kleiner Anstieg noch auf dieser Nebenstrecke, so etwa Nienstedter Pass Niveau. Mir reichts, ich bin leer. Aber noch haben wir gut 30, 40 km vor uns. Der Wind hat nicht gedreht, wir haben - watt'n Glück - strammen Rückenwind. Bei Gegenwind hätte ich mir wohl ein Taxi nehmen müssen. Fritz und Holgi unermüdlich vorweg, hohes Tempo, so knappe 40 km/h, wo nehmen die noch die Kraft her? Ausgepowert, aber auch äußerst zufrieden erreichen wir „heimatliche Gefilde“.

Nachwort 1: Ich lag dann erst einmal vollständig ermattet 10 Minuten in voller Montur auf dem Bett, Kraft tanken.

Nachwort 2: Den wunderschönen Tag konnte selbst die schwache Vorstellung von Barcelona nicht versauen, sagt der anerkannte Bayern-Hasser,

Euer Harti

Nachwort 3: Das Wetter war dann Mittwoch doch nicht so schlecht....

Nachwort 4: Hier noch ein Foto unserer diesjährigen Arenal-Truppe

 

Kommentare: 2

1
UserJoe Seidel
Date / Time01.05.13 - 20:25

Danke, dass ich dabei sein durfte. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht. Das war Radfahren auf hohem Niveau und eine tolle, gesellige Truppe (10 Radländer).

Und den Bierkönig haben wir auch noch gerockt.

Grüße an alle

Joe Seidel

2
UserPatrizia
Date / Time01.05.13 - 21:15

Danke Harti, für diesen umfangreichen Bericht! Dem ist wohl kaum noch etwas anzufügen. Eine tolle Tour, eine tolle Truppe, ein toller Tag! Immerhin bin ich diese Route schon zum dritten Mal gefahren, allerdings noch nie so spontan ( das Wetter machte Planen im Voraus unmöglich), und noch nie ohne Sa Calobra auszulassen. Habe das aber nicht bedauert, da der Akku schon ganz schön alle war. Um so erstaunlicher, was dann auf den letzten Kilometern an Tempo noch möglich war! Fritz und Holgi- das war ein großer Spass! Und Joe: du hast die Gruppe sehr bereichert, komm doch wieder mal mit!...der Bienenstich hat mich übrigens eine Woche lang gezwickt...

Gruss an alle Mitstreiter, Patrizia

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